Berliner Forsten stellen sich Umweltbildung entgegen

09.03.2020

Berliner Forsten stellen sich Umweltbildung entgegen

Die Reinickendorfer Abgeordnete im Berliner Abgeordnetenhaus Sibylle Meister (FDP) befragte in der Schriftlichen Anfrage 22 18/22 567 den Berliner Senat über die Zukunft des Zeltplatzes Saatwinkel. Bis zum Jahr 2018 bot der Zeltplatz Schlafplätze u.a. für Schulklassen und war ein passender Ort für Umweltbildung. Im Jahr 2019 wurde der Nutzungsvertrag gekündigt. Überraschend haben die Berliner Forsten entschieden, diese Fläche künftig zu einem Waldgebiet ohne Bildungsmöglichkeit umzuwidmen. Die FDP-Fraktion in der BVV Reinickendorf kritisiert die Einstellung eines vielgenutzten Angebotes. In der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Mittwoch, dem 26. Februar, wurde die Anfrage von den Jugendpolitikern kritisch diskutiert.

David Jahn, jugendpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion in der BVV Reinickendorf, erklärt: „Alle Fraktionen der Reinickendorfer BVV sprechen sich für eine Erhaltung des Zeltplatzes aus. Offensichtlich unternimmt auch der Berliner Senat nichts, um diesen Raum der Umweltbildung zu erhalten. Dabei erwarte ich insbesondere vom Berliner Senat ebenso wie von den Berliner Forsten, dass sie junge Menschen unterrichten und ihnen aufzeigen, wie wichtig Umwelt- und Naturschutz sind. Das funktioniert nicht aus Schulbüchern heraus, sondern das geht am besten im Wald selbst.“

Die FDP-Fraktion in der Reinickendorfer BVV kritisiert, dass die Berliner Forsten die Schließung bislang nicht ausreichend begründet haben. In der Antwort auf die Anfrage von Sibylle Meister heißt es: „Aus übergeordneten Gründen des Trinkwasser- und Landschaftsschutzes ist eine Fortsetzung der Zeltplatznutzung des Geländes nicht vorgesehen.“

Dazu erklärt David Jahn: „Seit Jahrzehnten wurde der Zeltplatz genutzt. Das Bezirksamt erklärte in der Ausschusssitzung am Mittwoch, ihm seien keine Gefahren für Umwelt oder Trinkwasser bekannt. Die Berliner Forsten scheinen Gründe für eine Schließung zu erfinden. Sollte es tatsächlich eine Bedrohung für das Trinkwasser geben, dann fordere ich eine rasche Aufklärung der Berliner Forsten. Da diese aber weder kommuniziert wurden noch bislang irgendwelche Gefahren vom Zeltplatz ausgingen, halte ich diese Gründe für vorgeschoben.“

Einige Ausschussmitglieder befürchteten in der Ausschusssitzung ein ähnliches Schicksal für den „Kinderwald“ in der Ruppiner Chaussee. „Auch dieses Grundstück gehört den Berliner Forsten. Es wäre fatal, wenn auch dieser Nutzungsvertrag aufgekündigt werden würde und Reinickendorf damit den zweiten Ort für Umweltbildung verlieren würde. Grundsätzlich verfügt der Kinderwald über keinen Wasserzugang, anders als der Zeltplatz Saatwinkel. Konsequent wäre eine schnelle Wiedereröffnung des Zeltplatzes Saatwinkel.“, so Jahn abschließend.